Krankenkasse und Familie – Prämien clever reduzieren
Krankenkasse als grösster Posten im Familienbudget
Für eine vierköpfige Schweizer Familie betragen die Krankenkassenprämien im Durchschnitt über CHF 1'700 pro Monat – das sind mehr als CHF 20'000 im Jahr. Damit zählt die Krankenversicherung neben Miete und Steuern zu den grössten Fixkosten. Doch anders als bei der Miete haben Familien bei der Krankenkasse erheblichen Gestaltungsspielraum.
Die Prämien für Kinder bis 18 Jahre und junge Erwachsene von 19 bis 25 Jahren sind deutlich tiefer als für Erwachsene. Trotzdem lohnt es sich, auch bei Kinderprämien genau hinzuschauen. Die Differenz zwischen günstigstem und teuerstem Anbieter beträgt bei Kindern bis zu CHF 65 pro Monat – pro Kind wohlgemerkt.
Kinderversicherung: Prämien und Besonderheiten
In der Grundversicherung gelten für Kinder spezielle Regelungen. Die wichtigste: Für Kinder unter 18 Jahren gibt es keine Franchise und keinen Selbstbehalt. Das bedeutet, dass sämtliche Behandlungen ab dem ersten Franken von der Kasse übernommen werden.
| Versicherer | Kanton ZH | Kanton AG | Kanton SG | Kanton VS |
|---|---|---|---|---|
| Assura | CHF 98 | CHF 91 | CHF 86 | CHF 82 |
| Groupe Mutuel | CHF 112 | CHF 104 | CHF 97 | CHF 93 |
| Visana | CHF 119 | CHF 111 | CHF 103 | CHF 99 |
| KPT | CHF 107 | CHF 100 | CHF 93 | CHF 88 |
| Sanitas | CHF 124 | CHF 116 | CHF 108 | CHF 102 |
Quelle: Berechnungsbeispiele auf Basis von BAG-Angaben, Stand Herbst 2025. Effektive Prämien können abweichen.
Familien- und Geschwisterrabatt
Viele Versicherer gewähren ab dem dritten versicherten Kind einen Geschwisterrabatt von 10 bis 15 %. Bei einer Kinderprämie von CHF 110 bedeutet das eine Ersparnis von CHF 11 bis CHF 16.50 pro Monat und Kind. Erkundigen Sie sich direkt beim Versicherer, ob ein solcher Rabatt automatisch gewährt wird.
Die vier wichtigsten Sparstrategien für Familien
1. Eltern und Kinder bei verschiedenen Kassen versichern
Viele Familien wissen nicht, dass Eltern und Kinder bei unterschiedlichen Versicherern sein können. Wenn beispielsweise die Assura für Kinder im Kanton Aargau am günstigsten ist, aber die CSS für die Eltern das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, ist eine getrennte Versicherung sinnvoll. So lassen sich pro Jahr leicht CHF 500 bis CHF 900 sparen.
2. Alternative Versicherungsmodelle für Eltern
Eltern, die ein Hausarzt- oder HMO-Modell wählen, sparen bis zu 20 % auf ihre Erwachsenenprämie. Bei zwei Elternteilen mit je CHF 450 Monatsprämie ergibt das eine Einsparung von CHF 180 im Monat oder CHF 2'160 pro Jahr.
3. Franchise optimieren
Für Eltern, die selten krank sind, lohnt sich oft eine hohe Franchise von CHF 2'500. Die Prämienersparnis übersteigt dann in den meisten Jahren die tatsächlichen Gesundheitskosten deutlich. Für Kinder unter 18 liegt die Kinderfranchise bei CHF 0, da kann nichts optimiert werden.
«Eine Familie aus Winterthur konnte allein durch den Wechsel zu günstigeren Anbietern und die Wahl eines Telmed-Modells für beide Elternteile CHF 3'240 pro Jahr sparen – bei identischen Leistungen in der Grundversicherung.»
– Marco Bianchi, unabhängiger Versicherungsberater
4. Jährliche statt monatliche Zahlung
Wer die Prämien jährlich im Voraus bezahlt, erhält bei den meisten Kassen einen Rabatt von 1 bis 2 %. Bei einer Jahresprämie von CHF 5'400 sind das bis zu CHF 108. Dieser Rabatt wird oft vergessen, lässt sich aber einfach durch Anpassung des Zahlungsrhythmus nutzen.
Prämienverbilligung gezielt nutzen
Familien mit tiefem bis mittlerem Einkommen haben Anspruch auf individuelle Prämienverbilligung (IPV). Die Berechnung unterscheidet sich von Kanton zu Kanton. In vielen Kantonen erhalten Familien mit einem steuerbaren Einkommen unter CHF 75'000 einen Beitrag an die Prämien der Kinder – teilweise sogar die volle Übernahme.
So beantragen Sie die Verbilligung
In einigen Kantonen (z. B. Bern, Luzern) wird die Prämienverbilligung automatisch gewährt. In anderen Kantonen müssen Sie einen Antrag stellen. Prüfen Sie auf der Website Ihres Kantons die Fristen und Bedingungen. Wer den Antrag verpasst, verliert das Geld – es wird nicht rückwirkend ausbezahlt.
Prämienverbilligung für junge Erwachsene
Junge Erwachsene in Ausbildung (19 bis 25 Jahre) erhalten in fast allen Kantonen vergünstigte Prämien. Zusätzlich können sie von der Prämienverbilligung profitieren. In einigen Kantonen beträgt die Unterstützung bis zu CHF 250 pro Monat.
Brauchen Kinder eine Zusatzversicherung?
Was die Grundversicherung abdeckt
Die obligatorische Grundversicherung deckt bereits ein breites Leistungsspektrum für Kinder: Arztbesuche, Spitalaufenthalte, Impfungen, Medikamente und sogar Beiträge an zahnärztliche Behandlungen bei bestimmten Diagnosen. Für viele Familien reicht das aus.
Wann eine Zusatzversicherung sinnvoll ist
Eine Zusatzversicherung für Kinder ist dann empfehlenswert, wenn Sie Wert auf freie Spitalwahl, Zahnstellungskorrekturen (Kieferorthopädie), alternative Medizin oder zusätzliche Impfungen legen. Wichtig: Schliessen Sie eine Zusatzversicherung für Kinder möglichst früh ab – idealerweise direkt nach der Geburt, da dann keine Gesundheitsprüfung erforderlich ist.
Häufig gestellte Fragen
Können Kinder und Eltern bei unterschiedlichen Krankenkassen versichert sein?
Ja. Es gibt keine gesetzliche Pflicht, dass die ganze Familie bei der gleichen Kasse versichert ist. Sie können für jedes Familienmitglied individuell den günstigsten Anbieter wählen und so die Gesamtkosten minimieren.
Gibt es eine Franchise für Kinder unter 18?
Die ordentliche Kinderfranchise beträgt CHF 0. Eltern können jedoch freiwillig eine Franchise von bis zu CHF 600 wählen, um die Prämie zu senken. Da Kinder in der Regel regelmässig zum Arzt gehen, empfehlen wir die Franchise bei CHF 0 zu belassen.
Ab welchem Einkommen hat man keinen Anspruch mehr auf Prämienverbilligung?
Die Einkommensgrenze variiert je nach Kanton stark. Im Kanton Zürich liegt sie für Familien bei rund CHF 80'000 steuerbarem Einkommen, in anderen Kantonen tiefer oder höher. Informieren Sie sich direkt bei Ihrer kantonalen Ausgleichskasse.
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