Standard, Hausarzt, HMO oder Telmed – Ihr Modellvergleich

Apothekerin berät Kunden zu Medikamenten

Die vier Versicherungsmodelle im Überblick

In der Schweizer Grundversicherung sind die Leistungen bei allen Versicherern identisch – der Gesetzgeber schreibt sie im KVG vor. Was sich jedoch unterscheidet, ist das sogenannte Versicherungsmodell. Es bestimmt, wie Sie auf medizinische Versorgung zugreifen, und beeinflusst die Höhe Ihrer monatlichen Prämie massgeblich.

Je mehr Einschränkungen Sie bei der Arztwahl akzeptieren, desto tiefer fällt Ihre Prämie aus. Die Prämienrabatte bewegen sich zwischen 7 % und 25 % gegenüber dem Standardmodell. Bei einer Standardprämie von CHF 449 pro Monat bedeutet das eine mögliche Ersparnis von CHF 31 bis CHF 112 monatlich.

Welches Modell passt zu wem?

Die Wahl hängt von Ihrem Gesundheitsverhalten ab. Gehen Sie lieber direkt zum Spezialisten? Dann ist das Standardmodell richtig. Haben Sie einen Hausarzt, dem Sie vertrauen? Dann lohnt sich das Hausarztmodell. Sind Sie digital affin und schätzen schnelle telefonische Beratung? Dann ist Telmed Ihre Option.

Das Standardmodell – maximale Freiheit

Im Standardmodell haben Sie die völlige Freiheit bei der Wahl Ihres Arztes. Sie können jederzeit ohne Überweisung direkt einen Spezialisten aufsuchen, sei es ein Dermatologe, Orthopäde oder Gynäkologe. Diese Flexibilität hat allerdings ihren Preis: Das Standardmodell ist die teuerste Option.

Für wen geeignet?

  • Personen mit komplexen Gesundheitssituationen, die regelmässig verschiedene Spezialisten benötigen
  • Menschen, die Wert auf maximale Flexibilität und Selbstbestimmung legen
  • Versicherte, die keinen festen Hausarzt haben und dies auch nicht wollen

Kosten im Standardmodell

Die durchschnittliche Monatsprämie im Standardmodell für Erwachsene liegt 2026 bei CHF 449 (Franchise CHF 300, Schweizer Durchschnitt). In städtischen Kantonen wie Zürich oder Basel kann sie auf über CHF 520 steigen.

Das Hausarztmodell – der Klassiker

Im Hausarztmodell wählen Sie aus einer Liste zugelassener Hausärzte einen festen Ansprechpartner. Bei jedem gesundheitlichen Anliegen wenden Sie sich zuerst an diese Ärztin oder diesen Arzt. Nur sie oder er kann Sie an einen Spezialisten überweisen. Notfälle sind selbstverständlich ausgenommen.

Rabatt und Einsparnisse

Der Prämienrabatt im Hausarztmodell beträgt je nach Versicherer zwischen 8 % und 15 %. Bei einer Standardprämie von CHF 449 ergibt das eine Ersparnis von CHF 36 bis CHF 67 pro Monat. Auf ein Jahr hochgerechnet sind das CHF 432 bis CHF 804.

«Das Hausarztmodell ist für die meisten Versicherten in der Schweiz die klügste Wahl. Über 70 % der Bevölkerung gehen ohnehin zuerst zum Hausarzt – warum dann nicht dafür eine tiefere Prämie kassieren?»

– Dr. Stefan Germann, Gesundheitsökonom Universität Bern

Worauf Sie achten müssen

Nicht jeder Hausarzt nimmt neue Patienten an. Prüfen Sie vor dem Wechsel, ob Ihr Wunsch-Hausarzt auf der Anbieterliste steht und noch Kapazitäten hat. In ländlichen Regionen kann die Auswahl eingeschränkt sein. Mehr zu den Wechselbedingungen erfahren Sie unter Kasse wechseln.

Das HMO-Modell – alles unter einem Dach

HMO steht für «Health Maintenance Organization». In diesem Modell lassen Sie sich in einem bestimmten Gesundheitszentrum behandeln, in dem Hausärzte, Spezialisten und oft auch Physiotherapeuten unter einem Dach zusammenarbeiten. Die integrierte Versorgung soll unnötige Doppeluntersuchungen vermeiden und die Behandlungsqualität steigern.

Die höchsten Rabatte

Das HMO-Modell bietet die grössten Prämienrabatte: zwischen 15 % und 25 %, je nach Versicherer und Region. Bei einer Standardprämie von CHF 449 sparen Sie damit CHF 67 bis CHF 112 pro Monat – das sind CHF 804 bis CHF 1'344 pro Jahr.

Einschränkungen des HMO-Modells

HMO-Praxen gibt es hauptsächlich in städtischen Gebieten. In ländlichen Regionen ist das Angebot begrenzt. Zudem müssen Sie für jede Behandlung in das festgelegte Zentrum gehen – eine freie Arztwahl ist nicht vorgesehen. Ausnahmen gelten für Notfälle, Gynäkologie und Augenheilkunde.

Das Telmed-Modell – digital und günstig

Das Telmed-Modell (auch «Telefonmodell» genannt) ist die modernste Variante. Bei gesundheitlichen Beschwerden rufen Sie zunächst eine medizinische Hotline an, die rund um die Uhr besetzt ist. Geschultes Fachpersonal beurteilt Ihre Symptome, gibt Empfehlungen und leitet Sie bei Bedarf an einen Arzt oder ein Spital weiter.

Vorteile des Telmed-Modells

  • 24/7-Erreichbarkeit: Medizinische Beratung auch am Wochenende und nachts.
  • Bequemlichkeit: Keine Anfahrt nötig – vieles lässt sich telefonisch klären.
  • Gute Rabatte: 10 % bis 18 % Prämienrabatt gegenüber dem Standardmodell.
  • Keine regionale Einschränkung: Im Gegensatz zum HMO-Modell überall verfügbar.

Für wen ist Telmed geeignet?

Telmed passt besonders gut zu jüngeren, digital affinen Personen, die selten zum Arzt gehen. Aber auch Senioren, die gerne telefonisch beraten werden, können von diesem Modell profitieren. Die telefonische Triage ist professionell und kann in vielen Fällen einen Arztbesuch ersetzen.

Alle Modelle in der Gegenüberstellung

Versicherungsmodelle im Vergleich – Prämienrabatte und Merkmale
MerkmalStandardHausarztHMOTelmed
Prämienrabatt0 %8–15 %15–25 %10–18 %
Ersparnis/Mt. (Bsp.)CHF 0CHF 36–67CHF 67–112CHF 45–81
Freie ArztwahlJaEingeschränktNeinNach Triage ja
Erster KontaktBeliebigHausarztHMO-ZentrumHotline
VerfügbarkeitÜberallÜberallVor allem StädteÜberall
VertragsbindungKeineMeist 1 JahrMeist 1 JahrMeist 1 Jahr

So treffen Sie die richtige Wahl

Fragen Sie sich ehrlich: Wie oft gehen Sie zum Arzt? Haben Sie einen Hausarzt, dem Sie vertrauen? Stört es Sie, vor dem Spezialistenbesuch anzurufen? Wenn Sie selten krank sind und kein Problem damit haben, zuerst telefonisch beraten zu werden, ist Telmed oder HMO die wirtschaftlichste Wahl.

Für Familien empfiehlt sich oft ein gemischter Ansatz: Eltern wählen ein alternatives Modell für die grösste Ersparnis, während Kinder im Standardmodell bleiben, um bei Kinderkrankheiten flexibel zu sein.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich das Versicherungsmodell unterjährig wechseln?

In den meisten Fällen nein. Bei alternativen Modellen (Hausarzt, HMO, Telmed) gilt in der Regel eine Vertragsdauer von einem Kalenderjahr. Ein Wechsel zurück zum Standardmodell oder zu einem anderen alternativen Modell ist per Jahresende möglich, wenn Sie die Kündigungsfrist einhalten.

Was passiert im Notfall, wenn ich ein alternatives Modell habe?

Bei medizinischen Notfällen können Sie unabhängig vom gewählten Modell direkt ins nächste Spital oder zum nächsten Arzt gehen. Die Notfallklausel gilt bei allen alternativen Modellen ohne Ausnahme. Sie müssen den Vorfall aber in der Regel innerhalb von 24 Stunden Ihrem Versicherer melden.

Sind die Leistungen im HMO-Modell schlechter als im Standardmodell?

Nein. Die Leistungen der Grundversicherung sind gesetzlich festgelegt und bei allen Modellen identisch. Der Unterschied liegt ausschliesslich darin, wie Sie auf die medizinische Versorgung zugreifen – nicht in der Qualität oder dem Umfang der Leistungen.

Welches Modell spart bei Ihnen am meisten?

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