Franchise in der Schweizer Krankenkasse — Stufen, Berechnung und Optimierung

Franchise Aktualisiert: April 2026 Lesezeit: 8 Minuten

Die Franchise ist der Betrag, den Sie pro Kalenderjahr selbst bezahlen, bevor die Krankenkasse Kosten übernimmt. Ihre Wahl der Franchise beeinflusst die monatliche Prämie erheblich. Dieser Ratgeber erklärt die verschiedenen Stufen, zeigt konkrete Berechnungen und hilft Ihnen, die wirtschaftlich sinnvollste Franchise für Ihre persönliche Lebenssituation zu bestimmen.

Die sechs Franchisestufen im Überblick

Für Erwachsene ab 19 Jahren stehen in der Schweiz folgende Franchisestufen zur Verfügung:

FranchisePrämieneffektGeeignet für
CHF 300.–Höchste PrämiePersonen mit hohen Gesundheitskosten, chronisch Kranke
CHF 500.–Leicht reduziertRegelmässige Arztbesuche, moderate Kosten
CHF 1'000.–Mittel reduziertGelegentliche Arztbesuche
CHF 1'500.–Deutlich reduziertWenige Arztbesuche pro Jahr
CHF 2'000.–Stark reduziertSelten beim Arzt
CHF 2'500.–Tiefste PrämieSehr gesunde Personen, fast nie beim Arzt

Franchise und Selbstbehalt — der Unterschied

Neben der Franchise tragen Versicherte auch einen Selbstbehalt von 10% auf allen Kosten, die über der Franchise liegen. Dieser Selbstbehalt ist gesetzlich gedeckelt:

Das bedeutet: Die maximale jährliche Eigenleistung eines Erwachsenen beträgt bei der höchsten Franchise CHF 2'500.– (Franchise) + CHF 700.– (Selbstbehalt) = CHF 3'200.–. Hinzu kommen die monatlichen Prämien.

Berechnungsbeispiele mit konkreten Zahlen

Beispiel 1: Frau Rüttimann, 34 Jahre, Kanton Thurgau

Frau Rüttimann ist kerngesund und geht höchstens einmal pro Jahr zur Vorsorge. Ihre jährlichen Gesundheitskosten betragen ca. CHF 450.–.

Franchise CHF 2'500.–

  • Monatsprämie: CHF 264.–
  • Jahresprämie: CHF 3'168.–
  • Selbst bezahlt (Arztkosten): CHF 450.–
  • Gesamtkosten: CHF 3'618.–

Franchise CHF 300.–

  • Monatsprämie: CHF 389.–
  • Jahresprämie: CHF 4'668.–
  • Selbst bezahlt: CHF 315.– (300 + 10% von 150)
  • Gesamtkosten: CHF 4'983.–

Ergebnis: Mit der höchsten Franchise spart Frau Rüttimann jährlich CHF 1'365.–.

Beispiel 2: Herr Portmann, 57 Jahre, Kanton Solothurn

Herr Portmann nimmt regelmässig Medikamente ein und hat jährliche Gesundheitskosten von rund CHF 6'200.–.

Franchise CHF 2'500.–

  • Monatsprämie: CHF 342.–
  • Jahresprämie: CHF 4'104.–
  • Franchise: CHF 2'500.–
  • Selbstbehalt: CHF 370.– (10% von 3'700)
  • Gesamtkosten: CHF 6'974.–

Franchise CHF 300.–

  • Monatsprämie: CHF 471.–
  • Jahresprämie: CHF 5'652.–
  • Franchise: CHF 300.–
  • Selbstbehalt: CHF 590.– (10% von 5'900)
  • Gesamtkosten: CHF 6'542.–

Ergebnis: Für Herrn Portmann ist die tiefste Franchise CHF 432.– günstiger pro Jahr.

Sonderregeln für Kinder und Jugendliche

Für Kinder bis 18 Jahre gelten reduzierte Franchisestufen:

Die meisten Eltern wählen die Null-Franchise, da Kinder häufiger medizinische Versorgung benötigen (Impfungen, Kinderarztbesuche, Notfälle). Der Prämienunterschied zwischen CHF 0.– und CHF 600.– Kinderfranchise ist zudem relativ gering.

So finden Sie die optimale Franchise

Die Faustregel lautet: Wenn Ihre jährlichen Gesundheitskosten unter CHF 1'700.– liegen, lohnt sich tendenziell die Höchstfranchise. Liegen sie über CHF 4'000.–, fahren Sie mit der Mindestfranchise besser. Im Bereich dazwischen hängt die Antwort von Ihrer konkreten Prämie ab.

Praxis-Tipp: Schauen Sie in Ihre Rechnungen der letzten zwei bis drei Jahre. Addieren Sie alle Arzt-, Spital- und Medikamentenkosten. Dieser Durchschnittswert ist die beste Grundlage für die Franchise-Entscheidung.

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