Die Franchise ist der Betrag, den Sie pro Kalenderjahr selbst bezahlen, bevor die Krankenkasse Kosten übernimmt. Ihre Wahl der Franchise beeinflusst die monatliche Prämie erheblich. Dieser Ratgeber erklärt die verschiedenen Stufen, zeigt konkrete Berechnungen und hilft Ihnen, die wirtschaftlich sinnvollste Franchise für Ihre persönliche Lebenssituation zu bestimmen.
Für Erwachsene ab 19 Jahren stehen in der Schweiz folgende Franchisestufen zur Verfügung:
| Franchise | Prämieneffekt | Geeignet für |
|---|---|---|
| CHF 300.– | Höchste Prämie | Personen mit hohen Gesundheitskosten, chronisch Kranke |
| CHF 500.– | Leicht reduziert | Regelmässige Arztbesuche, moderate Kosten |
| CHF 1'000.– | Mittel reduziert | Gelegentliche Arztbesuche |
| CHF 1'500.– | Deutlich reduziert | Wenige Arztbesuche pro Jahr |
| CHF 2'000.– | Stark reduziert | Selten beim Arzt |
| CHF 2'500.– | Tiefste Prämie | Sehr gesunde Personen, fast nie beim Arzt |
Neben der Franchise tragen Versicherte auch einen Selbstbehalt von 10% auf allen Kosten, die über der Franchise liegen. Dieser Selbstbehalt ist gesetzlich gedeckelt:
Das bedeutet: Die maximale jährliche Eigenleistung eines Erwachsenen beträgt bei der höchsten Franchise CHF 2'500.– (Franchise) + CHF 700.– (Selbstbehalt) = CHF 3'200.–. Hinzu kommen die monatlichen Prämien.
Frau Rüttimann ist kerngesund und geht höchstens einmal pro Jahr zur Vorsorge. Ihre jährlichen Gesundheitskosten betragen ca. CHF 450.–.
Ergebnis: Mit der höchsten Franchise spart Frau Rüttimann jährlich CHF 1'365.–.
Herr Portmann nimmt regelmässig Medikamente ein und hat jährliche Gesundheitskosten von rund CHF 6'200.–.
Ergebnis: Für Herrn Portmann ist die tiefste Franchise CHF 432.– günstiger pro Jahr.
Für Kinder bis 18 Jahre gelten reduzierte Franchisestufen:
Die meisten Eltern wählen die Null-Franchise, da Kinder häufiger medizinische Versorgung benötigen (Impfungen, Kinderarztbesuche, Notfälle). Der Prämienunterschied zwischen CHF 0.– und CHF 600.– Kinderfranchise ist zudem relativ gering.
Die Faustregel lautet: Wenn Ihre jährlichen Gesundheitskosten unter CHF 1'700.– liegen, lohnt sich tendenziell die Höchstfranchise. Liegen sie über CHF 4'000.–, fahren Sie mit der Mindestfranchise besser. Im Bereich dazwischen hängt die Antwort von Ihrer konkreten Prämie ab.
Praxis-Tipp: Schauen Sie in Ihre Rechnungen der letzten zwei bis drei Jahre. Addieren Sie alle Arzt-, Spital- und Medikamentenkosten. Dieser Durchschnittswert ist die beste Grundlage für die Franchise-Entscheidung.